Solidaritätsdemo für Jan am 26.1.08 in Pankow

Gerade zwei Monate ist es her, dass der antifaschistische Redskin Carlos durch einen spanischen Faschisten am 11.11.07 in Madrid durch feige Messerstiche ermordet wurde. Und nun müssen wir schon wieder den Tod eines jungen antifaschistischen Skinheads beklagen: am vergangenen Freitag den 18.1.08 verstarb der junge Jan Kucera aufgrund einer brutalen Messertattacke durch den in Prag stadtbekannten Nazischläger Jiri Fous. Wir sind verdammt traurig und wütend, dass aufgrund einer Naziattacke wieder einmal ein junger Antifaschist sterben musste. Unsere Trauer und unser Mitgefühl richtet sich an alle Verwandten und FreundInnen von Jan. R.i.P.

Dennoch bzw. gerade deshalb erachten wir es als organisierte Redskins für dringend geboten unsere Grenzen übergreifende Solidarität offensiv auf die Straße zu tragen. So etwas kann leider immerhin jeder/jedem aktiven Antifaschist/in zu jeder Zeit und an jedem Ort zu stoßen. Es sind in den vergangenen Jahren – und in Deutschland insbesondere seit der Wiedervereinigung – schon viel zu viele Nazimorde geschehen, als dass es nicht dringend notwendig wäre weiterhin massiven Protest auf die Straße zu tragen. Wir haben aber auch keine Lust mehr den Nazis andauernd nur auf ihren Aufmärschen quer durch die Republik hinter her zu rennen. Statt dessen finden wir es enorm wichtig den Protest genau dort hin zu tragen, wo die Nazis scheinbar wie die Fische im Wasser agieren können. Und genau deshalb haben wir uns dazu entschlossen am Samstag den 26.1.08 unsere Trauer und unsere Wut in den Berliner Bezirk Pankow zu tragen. Dort trifft der organisierte Rechtsextremist – egal ob Autonomer Nationalist, Oldschool-Krake, NPD-Parteikader, Kameradschaftler – oder auch einfach nur unorganisierte Suffnazi auf die schweigende Zustimmung eines rassistischen Klimas innerhalb eines Großteils der Bevölkerung (siehe u.a. die anhaltenden Konflikte um den geplanten ersten Moscheebau in Ostberlin-Heinersdorf).

Es ist an der Zeit diesen anhaltenden und aus linker Sicht unerträglichen Normalzustand so laut und offensiv wie möglich zu stören. Gerade die Diskussionen der vergangenen Wochen um angebliche „ausländische Jugendkriminalität“ haben gezeigt, wie tief verankert die rassistischen Stimmungen in der Normalbevölkerung weiterhin sind. Es reicht schon lange!

Deshalb kommt alle am Samstag um 16.00 Uhr nach Berlin-Pankow. Dort wird es eine antifaschistische Demonstration – organisiert von RASH BB u.a. – geben:Treffpunkt: 16.00 Uhr am U- und S-Bahnhof Pankow. Jetzt heißt es dahin zu gehen wo sich dieser Naziscum alltäglich und fast vogelfrei bewegen kann. Enough is enough! Fight Back! Dax, Carlos und Jan – Kein vergeben – kein Vergessen!

Egal ob Redskin, SHARP, Cable Street Beat, Antifa, Ultra, Punk, Hardcore, Rock´n´Roller, Psychobilly, Electrohead oder sonst was – es gilt ein entschlossenes antifaschistisches Zeichen durch alle subkulturell geprägten AntifaschistInnen zu setzen! Es wird einen Lautiwagen mit Redebeiträgen und kämperischen antifaschistischen Sound geben!

Nochmal zu den Hintergründen:

Letzten Freitag wurde der erst 18 Jahre alte Jan Kucera von einem 20 Jährigen Neofaschisten in Pribram (Tschechische Republik) mit Messerstichen traktiert.

Die Polizei behandelt dies nicht als einen politischen Mord sondern als eskalierte Kneipenschlägerei. Nach Zeugenangaben betrat am Freitag abend eine Gruppe Neofaschisten in Wehrmachtsuniform die Bar, indem sich auch Jan aufhielt. Sie beleidigten ihn und und gaben Nazi Grüße von sich. Später griffen sie diesen außerhalb der Bar an. Der Angreifer (ein erfahrener Kampfsportler) stach in mehrmals in die Flanke und in den Rücken. Seinen Freunden gelang es zwar, die Blutung bis zum Eintreffen des Notarztes zu stoppen, doch Jan erlag 2 Täge später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Sein Lieblingslied war “Tiil the end of my life I´d be anti-fascist!” von der slowakischen Band Rozpor.
Unser Beileid gilt den Verwandten und FreundInnen des Opfers.

Eine erste antifaschistische Reaktion auf den brutalen Mord an Jan gab es am Mittwoch in Jena – solidarische und kämpferische antifaschistische Grüße an dieser Stelle:

[Thr.] Jena: Wut & Solidarität auf der Straße Am späten Nachmittag versammelten sich an die
50 AntifaschistInnen sowie Skins in der Jenenser Innensstadt. Mit einem halbstündigen Demonstrationszug liefen sie durch die gut besuchte Stadt. Sie machten mit Sprüchen wie
»Spanien, Tschechien, BRD, diese Morde tun euch noch weh!« auf den am Freitag ermordeten Sharp-Skin Jan Kucera aufmerksam. An der Kürze der Vorlaufszeit dürfte es gelegen haben, dass relativ Wenig zu der massiv antidemokratischen Situation in Tschechien, die solche Morde erst
ermöglicht, vermittelt wurde.

Quelle: www.red-skins.de