Gedenken zum 70. Todestag von Wolfgang Knabe in Schönow

Gemeinsam mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Verband der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/VdA) laden wir ein zur Gedenkkundgebung zum 70. Todestag des Widerstandskämpfers Wolfgang Knabe im Bernauer Ortsteil Schönow:

23. November // 10.30 Uhr //  Ehrenmal für die ermordeten Antifaschist_innen in Schönow

Nach einem kurzen Gedenken am Ehrenmal geht es gemeinsam in die Dorfkirche, dort wird es Redebeiträge zum Leben von Wolgang Knabe, seinem Widerstand gegen den Nationalsozialismus und zur aktuellen Situation antifaschistischer Arbeit und der Bedrohung durch Neonazis geben.

 

Hintergrund:

Wolfgang Knabe wächst in einem sozialdemokratischen Elternhaus auf. Über die Sozialistische Arbeiterjugend kommt er zur SPD. Mit einem Teil des linken SPD-Flügels organisiert sich der Dreher ab 1931 in der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP). Nach 1933 versucht er, die nun illegale Arbeit in den Betrieben aufrechtzuerhalten. 1936 wird er deshalb zu über zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Brandenburg verbüßt. 1942 gibt er Felix Heymann, der nach dem Anschlag der Herbert Baum Gruppe auf die NS-Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies“ untergetaucht ist, Quartier. Im Februar 1943 wird Knabe deshalb verhaftet. In der Untersuchungshaft zieht er sich eine schnell fortschreitende Lungentuberkulose zu. In den Gerichtssaal, zu seiner Verhandlung, muss er bereits getragen werden. Anfang November 1943 wird er, nun schon todkrank, zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Wenige Wochen später stirbt er in der Krankenabteilung des Untersuchungsgefängnisses Moabit.