50 Menschen demonstrieren in Eberswalde für menschenwürdige Unterbringung

Am Mittwoch, den 17. September, demonstrierten 50 Menschen vor dem Barnimer Kreistag in Eberswalde, um auf die teilweise katastrophalen Zustände der Heimunterbringung für Geflüchtete im Landkreis Barnim aufmerksam zu machen. Anlass für den Protest war und ist weiterhin die Planung der Kreisverwaltung eine Unterkunft für bis zu 150 Bewohner_innen in Kontainern in der Kleinstadt Oderberg unterzubringen. In mehreren Redebeiträgen berichteten Aktivist_innen aus Eberswalde, Bernau und Oderberg von ihren Erfahrungen in ihrer Arbeit in den Willkommensinitiativen und wiesen auf die bestehende Unterkunft in Althüttendorf hin, die eigentlich wegen ihrer desaströsen Verfassung eigentlich geschlossen werden sollte. Aus dem Kreis gäbe es allerdings Überlegungen die Baracke weiter zu nutzen.

Die Kritik der Barnimer Willkommensinitiativen, ein Zusammenschluss von antirassistisch Engagierten, zu den auch die Antifa Bernau gehört, beinhaltet neben einer grundlegenden Ablehnung von Heimunterbringung, vor allem eine Kritik an der Unterbringung in Oderberg. Denn die 2000-Einwohner_innen-Stadt Oderberg liegt nicht nur weit ab von vernünftigen Verkehrsanbindungen – keine Bahn und nur wenige Busse ins 20 Kilometer entfernte Eberswalde – sondern auch inmitten einer braunen Gegend. Bei Wahlen erringen dort rechte Parteien regelmäßig höhere Ergebnisse als in den umliegenden Regionen. Als im November letzten Jahres die Neonazis der Partei „Die Rechte“ in Oderberg gegen Flüchtlinge demonstrierten, gab es so gut wie keinen Gegenprotest.

In einer im Juli veröffentlichten Erklärung fordern wir Initiativen die Einbeziehung der Geflüchteten und deren Unterstützer_innen bei der Planung von Aufnahme, Unterbringungen und Begleitung. Ein zentraler Bestandteil der Forderung ist außerdem die Unterbringung in Orten und Kleinstädten, die über Bahnverbindungen verfügen, um eine bessere Integration und die Anbindung an ärztliche und psychologische Versorgung zu gewährleisten.

Die vollständige Erklärung ist hier zu finden.