Versuchter Neonaziangriff auf Jugendtreff DOSTO

[Quelle: bif e.V/ DOSTO]

Bernau – Am Mittwochnachmittag haben Neonazis der NPD, der „Barnimer Freundschaft“ und „A3stus“ versucht in unseren Jugendtreff einzudringen. Für uns ist das eine neue Stufe der Bedrohung, denn nun werden auch unsere täglichen Besucher_innen, Kinder und Jugendliche, die den Jugendtreff als Schutz- und Freiraum besuchen, akut gefährdet.

Das schnelle Regie­ren unse­rer Sozialpädagog_innen hat ver­mut­lich Schlim­me­res an die­sem Mitt­woch ver­hin­dert. Die sie­ben Neo­na­zis wur­den bereits am Ein­gang abge­fan­gen und ihnen wurde der Zutritt in den Jugend­treff ver­wehrt. Einer der Neo­na­zis, Mar­cel Zech, NPD Gemein­de­ver­tre­ter in Pan­ketal und Akti­vist der gewalt­tä­ti­gen Neo­na­zi­cli­que „Bar­ni­mer Freund­schaft“, hielt die Tür ener­gisch fest und wollte sich Zugang ins Gebäude ver­schaf­fen. Erst nach­dem ihnen mit Poli­zei
gedroht wurde, ließ er von der Tür ab. Nach­dem die Tür ver­sperrt war, machte Aileen Rokohl, NPD Stadt­ver­ord­nete in Ber­nau, Fotos durch das Fens­ter und pos­tier­ten sich gemein­sam mit den ande­ren Neo­na­zis an der Aus­fahrt des Jugend­treffs. Spä­ter erfuh­ren wir, dass die Gruppe eben­falls über das Stadt­ar­chiv, mit dem wir das Gebäude tei­len, Zutritt zum Jugend­treff ver­langt hat­ten.
Meh­rere Angriffe durch Bar­ni­mer Freund­schaft

Es ist nicht die erste Aktion der Neo­na­zis. Wir ken­nen sie, da sie mehr­fach invol­viert waren in Angriffe auf Jugend­li­che des Treffs und auf das Gebäude sel­ber. Dazu zäh­len tät­li­che Überg­riffe wäh­rend des Hus­si­ten­fests 2012, mehr­ma­lige Bedro­hungs­si­tua­tio­nen und Stö­run­gen von Ver­an­stal­tun­gen in den letz­ten drei Jah­ren — zuletzt im Sep­tem­ber bei einer Kund­ge­bung des Netzwerks für Welt­of­fen­heit — sowie meh­rere Schmie­re­reien und Sach­be­schä­di­gungen an unse­rem Gebäude, dem Auto einer Ange­stell­ten und dem Auto des Ver­eins. Dies ist jedoch das erste Mal, dass sie sich tags­über Zugang zum Jugend­treff ver­schaf­fen wollen.

Glei­che Cli­que bei Hooligandemo

Nicht nur in Ber­nau trei­ben eben jene Neo­na­zis ihr Unwe­sen. Auch außer­halb der Klein­stadt sind sie aktiv: So war Patrick Kil­lat, Rap­per von „A3stus“ zuvor bei der äußert gewalt­sa­men Demons­tra­tion der so genann­ten „Hoo­li­gans gegen Sala­fis­ten“ in Köln. Erst am letz­ten Sonn­tag waren Aileen Rokohl und die ande­ren Neo­na­zis in Ber­lin unter­wegs und betei­ligt an Aus­schrei­tun­gen gegen die Poli­zei am Bahn­hof Alex­an­der­platz.
Die Viel­zahl an Vor­fäl­len macht die Gefahr durch diese Gruppe äußerst deut­lich und in die­sem Kon­text muss diese Aktion gese­hen wer­den.
Der ver­suchte Angriff der Neo­na­zis ist nicht hin­zu­neh­men! Der Jugend­treff DOSTO ist ein Raum, in dem sich Kin­der und Jugend­li­che angst­frei bewe­gen wol­len.

Der Besuch der Neo­na­zis war ein­deut­li­cher Einschüchterungsversuch!