NPD erneut in Joachimsthal

Mahnwache mit 70 Nazis am vergangenen Freitag

[Inforiot] Erneut gerät das kleine Örtchen Joachimsthal im Barnim in den Fokus von Nazis.

Am Freitagabend hatte der Landesverband der NPD zur Mahnwache “Keine Gnade für die Täter! – Geborgenheit statt Angst” “aufgerufen. Der Gegenprotest ließ nicht lange auf sich warten.

Etwa 70 Nazis von verschiedenen Brandenburger NPD-Kreisverbänden, Kameradschaften wie der „Kameradschaft Märkisch Oder Barnim“ (KMOB) sowie der Berliner Frontbann 24, gegen die derzeit ein Verbotsverfahren läuft, kamen zur Mahnwache. Wie immer tumelte auch auch DVU Funktionär Klaus Mann samt Familie unter den Teilnehmenden.

Nur wenige Meter von ihnen entfernt, sammelte sich der Gegenprotest. Unter dem Motto „Deine Stimme gegen Nazis“ rief ein Bündnis aus evangelischer Kirche, das Jugendprojekt „Bands auf festen Füßen“ (kurz: BAFF), die linksjugend [´solid] sowie die Jungen Sozialdemokraten (Jusos) um 18 Uhr zu einer Kundgebung samt Konzert auf den Kirchplatz. Der lautstarke Protest sorgte für einen frühzeitigen Abbruch der Mahnwache der NPD.

Als Anlass für die Mahnwache diente der NPD die Aussetzung der polizeilichen Tag und Nacht Bewachung des Sexualstraftäters Werner K., der seit vergangenem Jahr in Joachimsthal lebt. Seit Werner K. nach seiner Haftentlassung in Joachismthal lebt, gibt es immer wieder Proteste von Anwohner_innen.

Die NPD benutzt nun die Ängste der Bürger_innen und intigriert sie fest in ihre „Wahlkampfaktivitäten“.

Bereits im vergangenen Jahr versuchte die NPD mit ihrer Parole „Todesstrafe für Kinderschänder“ und ihrem selbsternannten Programm „Sicherheit, Recht und Ordnung“ Wahlkampf zu machen. Im Juni 2008 marschierten etwa 70 Nazis durch den kleinen Ort. Damals protestierten 150 Menschen gegen die Nazis. Im Oktober skandierten sie u.a. Parolen wie „Ein Stock, ein Stein, schlagt Werner K. den Schädel ein!“.

Nicht weniger eindeutig rief Klaus Beier (Landeschef der Brandenburger NPD) am Freitagabend dazu auf, die sogenannten Kinderschänder in „Arbeitslager“ zu stecken.

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