Demonstration gegen Residenzpflicht, Gutscheinsystem und Lagerzwang in Eberswalde

[Inforiot] Am Donnerstag, dem Tag der Menschenrechte, demonstrierten etwa 70 Menschen unter dem Motto „Keine Bewegung? Doch!“ in Eberswalde. Aufgerufen hatte die Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“, ein Zusammenschluss engagierter Schüler_innen, zur nunmehr dritten Demonstration gegen Rassismus.

Im Aufruf forderten die Veranstalter_innen: „Schluss mit Sonderregelungen, die Flüchtlinge isolieren, ausgrenzen, kriminalisieren und krank machen.“. Sie protestieren für die Abschaffung des Wertgutschein-Systems, der Heimunterbringung und der sogenannten Residenzpflicht, welche Flüchtlingen verbietet den ihnen zugeteilten Landkreis ohne Erlaubnis zu verlassen.

In verschiedenen Redebeiträgen der Kampagne, des Brandenburger Flüchtlingsrates und eines betroffenen Flüchtlings wurde auf die menschenunwürdigen Bedingungen hingewiesen, unter denen Flüchtlinge in Deutschland zu leben haben. Das „Übergangswohnheim“ in Althüttendorf (Landkreis Barnim) wurde hier exemplarisch genannt. Auch wurde der Kreistag Barnim an seinen Beschluss vom Januar 2009 erinnert, demzufolge Flüchtlinge für ihren Lebensunterhalt statt der bisherigen Wertgutscheine nun Bargeld erhalten sollen. Doch noch Monate nach dem Beschluss bekomme der Großteil der Flüchtlinge weiterhin Gutscheine. Ebenso appellierten die Organisator_innen an die Brandenburger und Berliner Landesregierung, die sich bekannt hatten, die Residenzpflicht innerhalb der Länder abzuschaffen. Bisher passierte diesbezüglich jedoch nichts.

Die Kampagne „Light me Amadeu“ ist seit 2006 aktiv gegen Rassismus. Sie erinnern jedes Jahr an den Tod von Amadeu Antonio Kiowa, der am 6. Dezember 1990 als erstes Opfer rassistischer Gewalt nach der Wiedervereinigung, in Eberswalde starb. Am vergangenen Sonntag erinnerten 80 Menschen, während einer Kundgebung der Kampagne, an den Tod Amadeus‘.

Weitere Informationen zur Kampagne www.light-me-amadeu.de