Euromayday- Parade am 1.Mai in Berlin

Am Montag dem 1.Mai 2006 zogen 6000 bis teilweise sogar 8000 Menschen bei, entgegen allen Prognosen, überraschend gutem Wetter unter dem Motto „Für soziale Rechte weltweit!“ von Kreuzberg nach Neukölln.

Der Demonstrationszug beinhaltete 5-6 Lautsprecherwagen, die gleichsam, von dem Wagen der Falken bis hin zum Wagen der Fuckparade , die gesamte Bandbreite des Mayday- Bündnisses widerspiegelten. Die Musik war tanzbar und sorgte für positive Stimmung. Vom Front- Lauti wurde für umstehende Leute auch immer wieder darauf aufmerksam gemacht, worum es bei der Demo ging. Es gab auch mehrere Redebeiträge unter anderem vor der Rütli – Schule und dem Rathaus Neukölln.

Auf der Parade selber war sehr positiv zu bemerken, dass nur wenig Polizei anwesend war und es dadurch auch keinen Stress gab und wir ungehindert unserer Forderungen auf die Straße tragen konnten. Dem einen oder anderen fehlte teilweise die kämpferische Stimmung. Für ein paar Parolen, um den Forderungen noch etwas Nachdruck zu verleihen, war auf dieser Parade leider gar kein Platz vorhanden beziehungsweise wurden sie nicht Praktiziert. Außerdem war die Absprache zwischen den einzelnen Demo- Fraktionen teilweise sehr schlecht bis gar nicht vorhanden, sodass es zwischenzeitlich zu Abschnitten kam, bei denen bis zu 100 m große Löcher in der Demonstration klafften, wo sich dann kein Mensch befand. Nichts zu verachten war jedoch das Abschlusskonzert mit der Band „Obrint Pas“, wo Menschen bis in die späte Nacht hinein den 1. Mai noch weiter feierten.

Im Großen und Ganzen kann die Mayday – Parade, nicht zuletzt wegen der unerwartet hohen Teilnehmerzahl, als Erfolg gewertet werden, obwohl der gesamte Straßenzug, trotz des relativ breiten Spektrums von Demonstranten, insgesamt nicht ganz so bunt und kreativ war, wie erwartet.