Auftaktkundgebung der Aktionswochen gegen Antisemitismus

In der Nacht des 9. Novembers 1938 wurden „jüdische“ Geschäfte geplündert und Synagogen abgebrannt, tausende Menschen jüdischen Glaubens wurden grundlos inhaftiert, gefoltert, getötet oder in Vernichtungs- und Arbeitslager verschleppt. Um diesem zu Gedenken versammelten sich am 9. November 2006 etwa 150 Menschen auf dem Marktplatz in Bernau, wo eine Kundgebung zu der Reichspogromnacht stattfand, die auch gleichzeitig die Auftaktveranstaltung für die „Aktionswochen gegen Antisemitismus in Bernau“ war. Dazu eingeladen hatten das Bernauer Netzwerk für Toleranz, die jüdische Gemeinde Bernau sowie die Antifaschistische Aktion Bernau mit der Polit-AG des Dosto.

Es wurden ab 18 Uhr verschieden Gedichte und Redebeiträge vorgelesen und jüdische Lieder gesungen. Gegen 18.45 Uhr begaben sich die TeilnehmerInnen zu einer 100 Meter entfernten Gedenktafel, für jüdische Menschen aus Bernau, die am 13.April 1942 nach Osten deportiert wurden, die sich in der Brauerstraße befindet. Dort wurden Kerzen abgestellt und Namen von jüdischen Menschen, die im Nationalsozialismus zu Tode fielen vorgelesen. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde hat noch ein Kaddisch, ein jüdisches Totengebet, verlesen.

Zum Abschluß lud die jüdische Gemeinde zu einem Konzert mit Kammermusikensembles „Arpeggiato“ in der Stadthalle Bernau ein. Das Ensemble besteht aus zehn Musikern, von denen fünf heute auftaten, zwei Geiger, ein Cellisto, ein Kontrabassist und eine Harfenistin. Alle Mitglieder von „Arpeggiato“ kommen ursprünglich aus Russland und der Ukraine.

Etwa 8 Neonazis von außerhalb, die wahrscheinlich dem Aufruf des „Nationalem Infoportals Brandenburgs“ folgten, haben sich zu Anfangs in der Nähe der Kundgebung versammelt und verschwanden dann in eine Kneipe. Auch die Polizei war mit einen, für eine Kundgebung in einer Kleinstadt, hohen Aufgebot, u.a. der SoKo MEGA/TOMEG und Bereitschadtspolizei u.a. aus Potsdam, in der Innenstadt Bernaus unterwegs.